Forschung

 

 

Forschung

 

Die Rekonstruktion eines Verkehrsunfalls beruht in vielerlei Hinsicht auf Gesetzmäßigkeiten, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen physikalischen Größen mathematisch und damit eindeutig beschreiben. Die physikalischen Größen selbst sind jedoch variabel. Da sie vom Sachverständigen durch sorgfältige Auswertung sämtlicher Unfallspuren vorgegeben werden müssen, kann das Rechenergebnis bei seriöser Vorgehensweise zwangsläufig nicht eindeutig ausfallen. Der Toleranzbereich, in dem sich das Rechenergebnis bewegt, kann jedoch vom Sachverständigen begrenzt werden, indem er die unbekannten Größen so genau wie es die Spurenlage zulässt quantifiziert. Messwerte, die unter definierten Ausgangsbedingungen in Fahr- und Crashversuchen gewonnen und damit im wahrsten Sinne des Wortes selbst "erfahren" werden, sind hierfür als Referenz unerlässlich.

Die Ingenieurbüros Priester & Weyde haben insbesondere auf den Gebieten "Wahrnehmbarkeit leichter Lkw-Pkw-Kollisionen" und "Zweirad-Pkw-Kollisionen im Hochgeschwindigkeitsbereich" eigene umfangreiche Forschungstätigkeiten betrieben. Die hierbei zahlreich durchgeführten Fahr- und Crashversuche wurden einschließlich der Ergebnisse umfassend dokumentiert und sind bei www.crashtest-service.com erhältlich.

www.crashtest-service.com

        

 

Wahrnembarkeit

 

Vor dem Hintergrund des § 142 StGB (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort - "Unfallflucht") gebührt der Wahrnehmbarkeit gerade leichter Kollisionen besondere Aufmerksamkeit. Selbst wenn ein Fahrzeugführer, der sich vom Unfallort entfernte, nachträglich als Schädiger ermittelt werden kann und zivilrechtlich für den an einem anderen Fahrzeug verursachten Schaden aufkommen muss, ist es für ihn strafrechtlich gesehen von entscheidender Bedeutung, ob er die Kollision denn hätte wahrnehmen müssen und ihm das unerlaubte Entfernen unterstellt werden kann. Vor allem bei Kollisionen, bei denen Lkw gegen Pkw stoßen, wird aufgrund des großen Massenunterschiedes beider Fahrzeuge selbst bei nur leichten Anstößen meistens ein nicht unerheblicher Schaden am Pkw hervorgerufen. Das umfangreiche Schadenausmaß hinterlässt dann schnell den Eindruck, dass der Lkw-Fahrer den Anstoß zwangsläufig merken musste und demzufolge Unfallflucht begangen hat.

     

Die Vermutung, dass dieser erste Eindruck trügen kann, veranlasste die Ingenieurbüros Priester & Weyde im Jahr 1996 zur Durchführung einer umfangreichen Versuchsreihe mit Kleinkollisionen zwischen leichten bzw. mittelschweren Lkw und Pkw. Die visuelle und akustische Wahrnehmbarkeit wurde dabei subjektiv durch den Fahrer beurteilt. In die Beurteilung der kollisionsmechanischen Wahrnehmbarkeit flossen das subjektive Empfinden und die objektiv mit Hilfe von Unfalldatenspeichern (UDS) ermittelten Kollisionsdaten (Kollisionsgeschwindigkeit, Verzögerung, Ruck, Überlagerung von Bremsvorgängen in der Kollision) ein. Zusätzlich wurde mit eigens hierfür konstruierten "Wankschreibern" die kollisionsbedingte Wankbewegung des angestoßenen Pkw grafisch aufgezeichnet.

Versuchsreihe: Wahrnehmbarkeit von leichten Lkw-Kollisionen

 Insgesamt 38 Kollisionsversuche mit Geschwindigkeiten von ca. 1- 5 km/ gegen Pkw . Verwendet wurden ein Lkw Mercedes 208 und ein Lkw Magirus welche jeweils mit UDS und Peiseler - Rad ausgestattet wurden. Weiterhin wurden die Geschwindigkeiten mit einem Laser - Messgerät Laveg gemessen. Die Dokumentation ist im  HTML - Format lesbar.

 

Zweirad-Pkw-Unfälle

 

Crashversuche mit Zweirädern gegen Pkw wurden bislang nur mit Kollisionsgeschwindigkeiten des Zweirades von maximal rund 60 km/h durchgeführt. Der Grund lag in den technisch begrenzten Möglichkeiten der Zugvorrichtungen, mit denen die Zweiräder in die Kollision gefahren wurden.

Viele Zweiradunfälle ereignen sich jedoch auf Landstraßen, wo allein aufgrund des dort üblicherweise höheren Geschwindigkeitsniveaus oftmals auch von deutlich höheren Kollisionsgeschwindigkeiten auszugehen ist. Durch die Ingenieurbüros Priester & Weyde wurde nach zahlreichen Vorstudien in Form von Diplomarbeiten eine neue Zugvorrichtung entwickelt, die höhere Kollisionsgeschwindigkeiten erlaubt. Hierbei werden die Zweiräder neben einem leistungsstarken Fahrzeug an einer eigens konstruierten Schleppvorrichtung geführt. Das Zugseil wird kurz vor der Kollision vom Zugfahrzeug gelöst, welches anschließend an dem in der Fahrlinie des Zweirades stehenden Pkw vorbeifährt, während das Zweirad mit dem Pkw kollidiert.

Bei den in den Jahren 2000 und 2001 durchgeführten Versuchen wurden Kollisionsgeschwindigkeiten zwischen 80 und 120 km/h realisiert. Ergänzt wurden sie durch EES-Versuche, bei denen die Zweiräder an einer Pendelvorrichtung hängend mit einer Betonwand kollidierten.

Mit der verwendeten Zugvorrichtung sind noch höhere als die bisher gefahrenen Geschwindigkeiten denkbar. Entsprechende Versuche sind vorgesehen, wobei zusätzlich über eine Optimierung bei der Führung der Zweiräder, die bisher durch feste Stützräder stabilisiert wurden, nachgedacht wird. Ein Vorversuch, bei dem die Stützräder noch vor der Kollision vom Zweirad getrennt wurden, verlief bereits erfolgreich.

Computergestützte Rekonstruktion

Jeweils linke Bildreihe:
Aufnahme eines Crashversuches mit Hochgeschwindigkeitskamera

jeweils rechte Bildreihe:
Computergestützte Rekonstruktion des Crashversuches

 

 

Versuchsreihe: Motorrad-Pkw-Crashversuche mit ca. 100 km/h gegen stehende Pkw -  Juli 2000

  • Insgesamt 7 sehr ausführlich dokumentierte Crashversuche von Motorrädern mit Dummy in die Seite von Pkw mit 95 – 100 km/h.

  • 98 Seiten Dokumentation im Word- oder pdf.-Format mit fast 200 Bildern und umfangreichen UDS-Auswertungen

  • 7 Videofilme im AVI-Format

Demo Video

Versuchsreihe: Motorrad-EES-Versuche Mai 2001

  • 6 EES - Versuche, 40 Seiten Dokumentation • Ausführliche Dokumentation im WORD- und PDF-Format

  • Schadenbilder und UDS–Diagramme im JPEG-Format

  • Videos und Highspeed-Sequenzen im Standardformat

Example in English

Versuchsreihe: Motorrad-Pkw-Crashversuche mit 78 - 122 km/h gegen stehende Pkw -Sept. 2001

  • Versuchsreihe III : 5 Krad-Pkw-Versuche 69 Seiten Dokumentation

  • Ausführliche Dokumentation im WORD- und PDF-Format

  • Schadenbilder und UDS–Diagramme im JPEG-Format

  • Videos und Highspeed-Sequenzen im Standardformat

Example in English

Versuchsreihe: Motorroller - EES - Versuche - 2003

In Zusammenarbeit mit dem Sachverständigenbüro Meuwissen wurden Ende 2003 die ersten Crashversuche mit Rollern durchgeführt. Als erste Versuchsreihe wurden 27 Kollisionsversuche gegen eine feststehende Barriere realisiert. Die Kollisionsgeschwindigkeiten zwischen ca. 18 und ca. 63 km/h wurden durch das Pendelverfahren realisiert. Die Motorroller wurden umfassend vor und nach der Kollision fotografisch dokumentiert und mögliche Verformungen gemessen. Es stehen Videos als .mpeg-Dateien aus drei Perspektiven zur Verfügung, wobei aus einer Perspektive eine Kamera mit 100 frames/s eingesetzt wurde. Das ca. 78 Seiten starke Skript mit einer Vielzahl von Bildern ist als .pdf-Datei erhältlich.

Demo Video

 

Versuchsreihe: Motorroller - Pkw - Versuche 2004

 Im Jahr 2004 wurden  7 Roller - Pkw - Crashversuche mit Geschwindigkeiten von ca. 30 - 60 km/h gegen stehende Pkw gefahren. Bei der gleichen Versuchsreihe wurde ein Kraftrad - Pkw - Crash mit ca. 75 km/h realisiert. Die Versuche sind anhand eines Skriptes im pdf.-Format dokumentiert. Weiterhin sind vielfache Videosequenzen im mpg.-Format mit High-Speed-Aufnahmen enthalten.

Demo Video

Versuchsreihe: Motorroller - Pkw - Versuche 2005

 Insgesamt ca. 10 Versuche mit Rollern gegen stehende und fahrende Pkw . Dokumentation mit vielen Fotos und Videos.

Buch: Kasanicky - Kohut - Priester "Analysis of single-track vehicle accidents"
Buch in Englischer Sprache, € 160,50 incl.MWSt.

Die Verfasser des Buches beschäftigen sich seit vielen Jahren insbesondere mit Zweiradunfällen und hier im besonderen mit Pkw – Motorrad Kollisionen. In dem ca. 480 Seiten umfassenden Buch werden umfassend Grundlagen des Aufbaus von Motorrädern, der Motorradsicherheit und der Dynamik und Kinematik von Zweirädern erörtert. Ein weiterer wesentlicher Teil des Buches befasst sich mit der Analyse und Rekonstruktion von Unfällen, wobei sowohl mathematische Grundlagen als auch auf über 100 Seiten umfassend durchgeführte Crashversuche zwischen 1997 und 2001 erörtert werden.

The Book is published in English only

Book in English, € 160,50 incl.VAT.

This book includes on its 480 pages the entire basic knowledge of the construction of motorcycles, motorcycle-safety-systems and the dynamic and kinematics of cycles. The major part of the book deals with the analysis and reconstruction of traffic-accidents with motorcycle-participation. Thereby mathematical definitions are as well presented as the entire documentation (more than 100 pages) of motorcycle-crash-test, that have been performed between 1997 an 2001.

Buch: Impact dynamics theory for the analysis and Simulation of collisions
Prof. Kasanicky/Dr. Kohut/ M. Lukasik

This book includes on its 330 pages the entire basic knowledge of the impact dynamics theory. The major part of the book deals with the vehicle dynamics and the impact of vehicles. Thereby impact models are as well presented as the perspective methods for impact dynamics calculation.

The book includes around 50 pictures, 280 graphs and 150 diagrams.

The Book is published in English only

Book in English, € 99,00 incl.VAT.

Pkw-Pkw-Unfälle

 

CD`s zu verschiedenen Crashversuchsreihen aus den Jahren 1995- 2005

CD:  Streifende Kollisionen zwischen zwei Fahrzeugen - Experimentelle Untersuchung zur Bestimmbarkeit des Geschwindigkeitsverhältnisses zwischen den Kollisionspartnern aus den von der Seitenwand eines Reifens gezeichneten Aufriebspuren
CD €50,00 inkl. MWSt.

In seiner Diplomarbeit hat sich A. Gerlach mit Spuren von drehenden Rädern an den Karosserien von streifenden Pkw befasst. Neben ausführlichen Betrachtungen zur Entstehung und mathematischen Beschreibung entsprechender Spuren sowie zu möglichen Einflußfaktoren wurde ein spezieller Versuchsaufbau realisiert. Insgesamt wurden 12 Versuche mit verschiedenen Konstellationen gefahren und mit UDS-Daten, Lenkwinkeldiagrammen, Fotos und Videos dokumentiert. Auf der jetzt erhältlichen CD befindet sich die Arbeit (120 Seiten) sowie die ausführliche Versuchsdokumentation als Anhang (85 Seiten), jeweils im PDF-Format. Weiterhin sind die Videos zu den Versuchen sowie ein Programm zur Eingrenzung der Relativgeschwindigkeiten aus den Spurenverläufen (basierend auf MS Excel 97) enthalten.

Versuchsreihe:  Crashversuche Pkw/Pkw 2003

Insgesamt 9 Versuche mit einem Bmw 316i Compakt und einem Audi 80 Bj. 1996  beim Einparken / Ausparken , Spurwechsel und Ausbremsen sowie Heckaufprall. Die Versuchsreihe entstand in Zusammenarbeit mit dem LKA Berlin 414 ( VUBA ).

Aktualisiert am: 06.11.2002 (c) 2006 Priester & Weyde | Nutzungshinweise